*pfeif* … *macbeth* … *toi toi toi - DANKE!* …

Ich persönlich gebe nichts auf den Aberglauben, der an den Theatern noch immer praktiziert wird. Ich bedanke mich reflexhaft fürs toitoitoi und kann nicht sagen, daß deswegen je etwas schiefer ging, als sonst. Ich pfeife auch sehr gerne vor mich hin, ob hinter der Bühne oder vor der Vorstellung hinterm Vorhang, wenn noch kein Publikum da ist. Allerdings bemühe ich mich, Kollegen nicht absichtlich damit zu provozieren. Einmal wurde ich überraschend angefaucht, als ich weitab der Bühne mittags vor dem Stück in den Katakomben des Aufführungssaales einer Stadthalle (!) vor mich hin pfiff. Da war es dann aber auch mal genug!

Wieso müssen wir jungen Schauspieler uns den alten Aberglauben eintrichtern lassen? Ich sehe das nicht ein. Gut, wenn ein alternder Darsteller vor mir steht, pfeife ich ihm nicht die Ohren voll, lasse mich aber auch nicht agressiv anmotzen! Ich bin für gegenseitigen Respekt in diesen offenbar kritischen Fällen: man kann ganz normal darum bitten, das Pfeifen einzustellen, weil man eben selber an dem Aberglauben festhalte. Durch harrsches Anfahren erreicht man bei mir nur eine Gegenhaltung. Hat es irgendeinen Nutzen, diese alten Bräuche zu erhalten? Ist es wichtig für Theaterschaffende, dieses historische Denkmal immer weiter zu pflegen? Ich erschrecke immer, wenn ich junge Schauspieler höre, die mir ungefragt erzählen, was ich dürfe und was nicht. Was meint ihr dazu?

Mehr Aberglaube im Theater gibt es in der Wikipedia: Aberglaube

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