Kreativ-Blog und Podcast
25 Sep
Hier gibt es einen kleinen TV-Bericht zum Spectaculum in schlechter Auflösung und mit miesem Sound, aber immerhin ein TV-Bericht
22 Sep
Die Premiere am 20.09. war ein voller Erfolg und das Erlenbacher Publikum war begeistert. Die 550 Plätze waren ausverkauft und das Wetter war uns gewogen. Im Anschluss gab es eine tolle Premierenfeier im Erlenbacher Bürgerkeller, bei der viel gelacht, gesungen und erinnert wurde.
Ich war besonders gerührt, dass der gesamte Bürgerkeller bei meinem Erscheinen das Barbarossa-Lied anstimmte und ich stand verlegen, aber glücklich vor der Menge, mit der ich das letzte Dreivierteljahrso viele gemeinsame Proben verbracht habe. Wir haben viel Spaß und ernstes Schaffen zusammen erlebt und die Gemeinschaft de Ensembles war für mich vorbildlich und eine wunderbare Erfahrung. Das rund 150 Mitwirkende so harmonisch und engagiert miteinander an einem ehrenamtlichen Projekt über so lange Zeit arbeiten, ist einen schallenden Applaus wert! *Schallender Applaus*
Es hat mir große Freude gemacht, euch kennenzulernen, mit euchzu arbeiten und zu lachen. Es sind Freundschaften und Bekanntschaften entstanden, die ich sehr schätze. Vielen vielen Dank für die gemeinsame Zeit und mögen die kommenden Aufführungen genauso toll laufen, wie die Ersten! Letzte Karten gibt es unter: www.barbarossaspectaculum.de
Euer Kaiser Barbarossa / Florian
2 Mär
Ein gelungener Abend für ein gelungenes Stück! Heute feierten wir mit einem weiteren Stück der Autoren Lars Albaum und Dietmar Jakobs aus dem Jahr 2003 Premiere im TAP in Darmstadt.
Ich habe das Vergnügen in eine mir völlig fern liegende Rolle zu schlüpfen: in einen HipHopper. Eigentlich ist Danny eher DJ, aber die Autoren meinten, man müsse ihn durchgehend HipHopper nennen, auch wenn es eigentlich nicht korrekt ist.
Die Herausforderung für mich daran ist eine ganz besondere, denn ich höre nicht nur normalerweise keinen HipHop, ich verabscheue ihn sogar! Welch schönere Aufgabe könnte es für einen Schauspieler geben?
Ich bins zufrieden und die Presse schreibt: “…als Sarahs Freund Danny kann Florian Hoffmann seine Vielseitigkeit beweisen…” (Darmstädter Echo, 5.3.07). Herz, was willst du mehr?
Bis bald im TAP! (noch bis Ende Mai als “Danny”)
25 Feb
Jeder Beruf hat Vorraussetzungen, die man erfüllen sollte - am besten schon bevor man sich dazu entschließt, sonst fällt man leicht mal auf die Nase. Manches kann man sich erarbeiten, anderes kennt man unter dem dubiosen Begriff Talent.
Ausdauer ist so eine Vorraussetzung für Schauspieler, die sehr wichtig ist. Gemeint ist körperliche Fitness. Ich spiele zum Beispiel gerade einen Teddybären im Voll-Fell-Kostüm. Das ist an sich noch nichts, wofür man Ausdauer bräuchte, aber wenn man sich viel bewegt, wie z.B. Purzelbäume machen, rennen, Radschlag, springen, tiefere Gang- und Stand-Art hat, usw., wird es heiß - richtig heiß! Gut, trink ich eben was - geht aber nicht immer. Ich gehe z.B. nach gut fünfzig Minuten einmal ab und hänge mich an den Wasserhahn. Wenn wir das im Sommer spielen, gebe ich wohl den Löffel ab. Nicht vergessen darf man, daß man ja auch noch die ganze Zeit deutlich und artikuliert Sprechen muß, ohne keuchen!
Dann gibt es auch diese herrlichen Doppel-Vorstellungen. Jeder, der schon ein paar Engagements auf dem Buckel hat, kennt die Herausforderungen, die gerade Kindertheater stellen kann. Ich ordne das Stück jetzt unter Theaterspielen und Aerobic-Ersatz ein. Diese Woche habe ich also ordentliche fünf Stunden Aerobic auf der Bühne gemacht, plus drei Stunden freiwilligen Sport.
Wenn du also planst, ins Schauspielfach einzusteigen, rate ich dir, schon jetzt mit regelmäßigem Sport anzufangen. Besonders empfehlen kann ich Kampfkünste, wie z.B. “Shin Son Hapkido”, da bekommt man nicht nur Ausdauer, man trainiert auch seinen Geist mit und lernt intuitiv aus dem Bauch zu atmen, was auf der Bühne eine weitere Grundlage ist.
26 Nov
Eine wirklich süße Begebenheit, die ich hier kurz schildern möchte:
Als wir am vergangenen Donnerstag morgens eine Doppelvorstellung “Lauras Stern” gaben, waren die Kinder in der ersten Vorstellung besonders eifrig dabei. In der ersten Reihe, an der Bühnenkante, wurden Füße auf die Bühne hoch gelegt und als ich nahe der Kante stand, griffen Kinderhände nach meinen bärigen Fell-Beinen. Ich beschloss für den weiteren Stückverlauf, einen Schritt weit von der Kante weg zu bleiben und warf dem “Grabscher” an passender Stelle einen freundlich-erzieherischen Blick zu (sollte man besser nicht tun, das ermutigt nur zum Weitermachen…).
Beim Applaus sprang das Kind dann unversehens auf die Bühne, umarmte mich und rief “Teddy! Teddy!”
Für solche Extremsituationen wurde ich nicht ausgebildet! Ich guckte meine Kollegen an, warf einen hilflosen Blick zur Technik, sah wieder hinab und entdeckte nun wenigstens drei Kinder, die in einen Chor einfielen: “Teddy! Teddy!” Meine Kollegen waren schon von der Bühne abgegangen um draußen Spalier zum Händeschütteln zu stehen. Wo war jetzt mein Bärenhüter aus dem Stück, wenn ich ihn brauchte?
Ich gab mich also dem Ansturm hin und erwiderte, ich hätte die (inzwischen) Sechs auch alle lieb und versuchte mich höflichst aus ihrer vielhändigen Umklammerung zu lösen. Nach Minuten auch mit Erfolg, dank der Mütter, die ihre Kleinsten dann doch noch zur Vernunft riefen.
Aber das war schon ein ganz besonderes Erlebnis. Danke!
Euer Teddy ![]()
21 Nov
Am 18.11. war es wieder so weit, ein weiteres Kinderstück im TAP, eine Ur-Aufführung, feierte Premiere. Das Publikum war begeistert, das Bühnenbild und die Kostüme sind sehr gelungen. Von Lauras Stern gibt es schon ein Musical, eine Fernsehserie, einen Kinofilm und natürlich die bekannten Bilderbücher, aber als Theaterstück wurde es für das TAP extra geschrieben.
Ich darf in dem Stück Lauras Teddy spielen. Das heißt für mich: schwitzen im Bärenfell bis der Arzt kommt. Weil ich permanent auf der Bühne bin, gibt es auch nicht den heiß ersehnten Schluck kalten Wassers hinter der Bühne - erst nach 45 Minuten dauerschwitzen. Aber die Mühe lohnt sich und es macht unheimlich Spaß, diese Rolle zu spielen. Einfach mal wieder ganz ungezwungen Kind sein und im Kinderzimmer mit der Phantasie rumspinnen.
Das Stück wird sicher noch weit bis 2007 gespielt und ich würde mich freuen, dem ein oder anderen von euch dort nach dem Stück die Hand zu schütteln - denn das ist im TAP nach Kindervorstellungen so üblich. Wenn ein Kind aber eher schüchtern ist, macht das auch nichts, gezwungen wird natürlich niemand! Termine gibt es auf der TAP-Homepage!
Ich hoffe, man sieht sich! ![]()
27 Okt
Neulich hatte ich wieder eine Premiere: das Kinderstück “Der Räuber Hotzenplotz”. Inwischen hatten wir schon zwei Vorführungen und am Wochenende folgen die nächsten. Diesmal jedoch in Kombination mit dem neuen Abendstück, meinem ersten im TAP: “Das Andalusische Mirakel” von Lars Albaum und Dietmar Jacobs.
Premieren sind doch immer besondere Tage. Anrufer wünschen “toi toi toi” und “Viel Glück!”, manchmal auch “Viel Spaß”, was ich am liebsten höre. Alle sind aufgeregt, aus verschiedenen Gründen. Vielleicht ist eine Requisite noch immer nicht da, die Generalprobe lief unerwartet gut, also ist die Premiere in Gefahr (siehe “Aberglaube im Theater“).
Erstmals habe ich nach der Generalprobe am Vorpremieren-Abend einen weiteren Durchlauf gespielt - ungewöhnlich. Letzte, vereinzelte Textunsicherheiten sollen ausgemerzt werden und das Gefühl für die Bühne verstärkt. Zuschauer ahnen meist nicht, daß die Schauspieler nicht einen Monat im Bühnenbild proben, sondern oft erst in den letzten Tagen vor der Premiere. Geprobt wird in der Regel auf einer Probenbühne, die die gleichen Abmessungen wie die spätere Bühne hat, manchmal aber auch nicht. Dann heißt es auf der Bühne umdenken, längere oder kürzere Wege gehen und den Text anders einteilen. Eine Tür ist vielleicht plötzlich an einer anderen Stelle oder geht in die andere Richtung auf, als man es geprobt hat. Das kann durchaus für “interessante” Momente sorgen.
In diesem Fall ist die Bühne deutlich größer als bei den Proben, doch wir haben uns schnell umgestellt. Auf einer Tournee muß man das täglich.
Ich blicke also zuversichtlich auf den heutigen Abend und auf ein spielreiches Wochende: 2x Hotzenplotz und mit heute 3x Mirakel. Toi Toi Toi!
23 Okt
*pfeif* … *macbeth* … *toi toi toi - DANKE!* …
Ich persönlich gebe nichts auf den Aberglauben, der an den Theatern noch immer praktiziert wird. Ich bedanke mich reflexhaft fürs toitoitoi und kann nicht sagen, daß deswegen je etwas schiefer ging, als sonst. Ich pfeife auch sehr gerne vor mich hin, ob hinter der Bühne oder vor der Vorstellung hinterm Vorhang, wenn noch kein Publikum da ist. Allerdings bemühe ich mich, Kollegen nicht absichtlich damit zu provozieren. Einmal wurde ich überraschend angefaucht, als ich weitab der Bühne mittags vor dem Stück in den Katakomben des Aufführungssaales einer Stadthalle (!) vor mich hin pfiff. Da war es dann aber auch mal genug!
Wieso müssen wir jungen Schauspieler uns den alten Aberglauben eintrichtern lassen? Ich sehe das nicht ein. Gut, wenn ein alternder Darsteller vor mir steht, pfeife ich ihm nicht die Ohren voll, lasse mich aber auch nicht agressiv anmotzen! Ich bin für gegenseitigen Respekt in diesen offenbar kritischen Fällen: man kann ganz normal darum bitten, das Pfeifen einzustellen, weil man eben selber an dem Aberglauben festhalte. Durch harrsches Anfahren erreicht man bei mir nur eine Gegenhaltung. Hat es irgendeinen Nutzen, diese alten Bräuche zu erhalten? Ist es wichtig für Theaterschaffende, dieses historische Denkmal immer weiter zu pflegen? Ich erschrecke immer, wenn ich junge Schauspieler höre, die mir ungefragt erzählen, was ich dürfe und was nicht. Was meint ihr dazu?
Mehr Aberglaube im Theater gibt es in der Wikipedia: Aberglaube
23 Sep
Ich hatte diesen Text als Kommentar im Blog von Sören Fenner gepostet, aber ich möchte das auch “nicht-Kommentarlesern” nicht vorenthalten:
…Selbstausbeutung und Ausbeutung anderer…
Ich möchte als Vollzeitarbeitender von meiner Arbeit leben können. Lese ich die haarsträubenden Anfragen nach ausgebildeten Schauspielern, die mindestens 4 Wochen ohne Probenpauschale proben sollen und dann an den Einnahmen beteiligt werden, frage ich mich, was das soll. Kein Schauspieler, der sich selbst und seinen Beruf ernst nimmt, könnte so was öfter machen. Vielleicht mal zur Überbrückung um spielen zu können, aber erstmal muß die Miete gezahlt werden!
Was mich mehr ängstigt ist die Selbstausbeutung: mich würde mal die Krankheitsstatistik für Schauspieler und ähnliche Künstlerberufe interessieren. Gibt es vermutlich nicht.
Eine Kollegin stand neulich in einem Kinderstück auf der Bühne, obwohl sie eine völlig reale und unbehandelte Fischvergiftung hatte! Sie spielte, lief hinter die Bühne, erbrach sich und spielte weiter, bis es nicht mehr ging und eine Kollegin aus dem Off ihren Text hineinrief. Sie kam ins Krankenhaus, Magen ausgepumpt und am nächsten Tag gings weiter. Und das alles dann noch mit schlechtem Gewissen, weil sie die Vorstellung nicht zuende gespielt hat.
Das ist doch verrückt! Und trotzdem machen wir das wohl alle so. Das Streben nach perfekter Funktion und niemanden enttäuschen übersteigt manchmal jede Eigenverantwortung uns selbst gegenüber. Erkältungen verschleppen wir grundsätzlich auf der Bühne, gebrochene Körperteile werden mit dem breitesten Lächeln runtergespielt. Das ist nicht nur krank, davon werden wir erst richtig krank! Schwanken zwischen Bett und Bühne, juchuh! Aber ich würde es genauso machen. Da es in der Regel keine Zweitbesetzung gibt und ausgefallene Vorstellungen kosten, fällt mir auch keine andere Lösung dafür ein. Aber es ist krank!
10 Sep
Wieder ein Jahr älter geworden und endlich habe ich das nötige Equipment, um mich sprachlich auszutoben und verwertbares Material zu erhalten. Zugleich entflammt erneut der Spaß am Schreiben. Nicht verwunderlich, daß ein Text entstanden ist, der sich mit dem Theaterleben befasst. Das Blog würde sich nun hervorragend dafür eignen, diesen Text einfach abzubilden, aber schöner finde ich es, euch den Text selbst vorzutragen. Es dauert exakt 6:20 Minuten, sich den Text zu Gemüte zu führen. Desweiteren benötigt ihr eine Minute, danach einen Kommentar dazu zu hinterlassen. Ich zähle auf Euch!
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Vorstellung um Neun - der Download | 5,8 Mb | Format: Mp3
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