Ein weiterer Schritt auf meinen Weg als Sprecher ist gegangen! Vor rund drei Wochen habe ich erfolgreich an einem Synchronsprecher-Workshop teilgenommen. “Erfolgreich” ist in diesem Falle auch keine Floskel, wie die Teilnahme an Schulsportveranstaltungen immer deklariert wurde – ich habe seitdem wirklich schon zwei echte (kleine) Jobs bei Metz-Neun Synchron in Offenbach gesprochen.

Zuerst in einem SciFi-Film einen arroganten Typ am Ende des Films, der sich als “technologisch verbesserte Kampfdrohne Level 5″ aus dem soundsovielten Jahrhundert vorstellt und dann von der Hauptdarstellerin gehörig vermöbelt wird :)   Recht so! Und super witzig! Denn gestern konnte ich die fertig abgemischte Szene sehen und kringelte mich vor Lachen, weil es sehr seltsam ist, seine eigene Stimme aus einem fremden Mund zu hören. Diesen Stimme+Bild-Effekt habe ich bisher noch nicht erlebt. Und das Tollste daran war noch, dass es auch noch super zum Charakter gepasst hat!

Gestern sprach ich einen Sanitäter in einem Kriegsfilm. Die Story ist nicht weiter erwähnenswert – kennt man einen billigen US-Armee-Dschungel-Rettungskommando-Film, kennt man alle. Aber die Arbeit war für mich noch anspruchsvoller, weil es mehr lippensynchrone Szenen gab und der Charakter nicht so eine Klischee-Figur war, die man mit einer bestimmten Stimme leicht hätte sprechen können.
Sehr unterhaltsam sind immer die sogenannten “Reaks” – Reaktionen. In beiden Filmen gab es Kampfszenen für meine Charaktere und da müssen auch die “Autsch”s und “Uff”s und “Aaarrrrgh”s synchronisiert werden. Man steht in der Kabine mit Kopfhören auf dem Ohr, über die man Regieanweisungen aus dem Nachbar-Raum empfängt, und prügelt sich imaginär und gibt entsprechende Geräusche von sich, die mit den Aktionen und Gesichtsausdrücken des Charakters möglichst decken sollen. Ein Heidenspaß, der aber hochkonzentriert gelebt werden will, damit die Aufnahme auch genommen werden kann. Ein toller Job! :) Im Grunde dem Hörspielsprechen sehr ähnlich, nur dass es dort kein Bild zu beachten gibt.

Kommende Woche fahre ich nach Stuttgart um einen weiteren Kriegsfilm zu sprechen, diesmal in mehreren Rollen. Ich bin gespannt, wie das Team dort drauf ist. Bei Metz-Neun herrscht eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre und es wird so eine Umgebung geschaffen, in der alle bestmöglich arbeiten können. Perfekt!

Daneben gibt es gerade noch zwei drei andere Projekte, an denen ich als Sprecher arbeite. Das Eine ist ein studentisches Projekt für eine Master-Arbeit. Ein 3D-Kurzfilm wird erstellt, in dem Tiere im Urwald die Protagonisten sind. Ein Krokodil, ein Mistkäfer, Vögel, ein Känguruh und der Minifant, den ich spreche und auch per Motion-Capturing spiele! Bei der ersten MoCap-Session gab es technische Probleme, daher waren die ersten neun Stunden Arbeit vergeblich und ein zweiter Tag ist angesetzt. Das andere Projekt tituliere ich mal als “noch geheim” – gesprochen habe ich schon, die Tage wird gefilmt und dann nochmal nachvertont. Ich bin gespannt auf das Ergebnis und berichte und verlinke es hier natürlich :)   Ach ja, spreche auch gerade die Hauptrolle für eine neue independent Hörspielserie von Studio Jester! *Freude*

Allen ein schönes Wochenende!

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