Neulich hatte ich wieder eine Premiere: das Kinderstück “Der Räuber Hotzenplotz”. Inwischen hatten wir schon zwei Vorführungen und am Wochenende folgen die nächsten. Diesmal jedoch in Kombination mit dem neuen Abendstück, meinem ersten im TAP: “Das Andalusische Mirakel” von Lars Albaum und Dietmar Jacobs.

Premieren sind doch immer besondere Tage. Anrufer wünschen “toi toi toi” und “Viel Glück!”, manchmal auch “Viel Spaß”, was ich am liebsten höre. Alle sind aufgeregt, aus verschiedenen Gründen. Vielleicht ist eine Requisite noch immer nicht da, die Generalprobe lief unerwartet gut, also ist die Premiere in Gefahr (siehe “Aberglaube im Theater“).

Erstmals habe ich nach der Generalprobe am Vorpremieren-Abend einen weiteren Durchlauf gespielt - ungewöhnlich. Letzte, vereinzelte Textunsicherheiten sollen ausgemerzt werden und das Gefühl für die Bühne verstärkt. Zuschauer ahnen meist nicht, daß die Schauspieler nicht einen Monat im Bühnenbild proben, sondern oft erst in den letzten Tagen vor der Premiere. Geprobt wird in der Regel auf einer Probenbühne, die die gleichen Abmessungen wie die spätere Bühne hat, manchmal aber auch nicht. Dann heißt es auf der Bühne umdenken, längere oder kürzere Wege gehen und den Text anders einteilen. Eine Tür ist vielleicht plötzlich an einer anderen Stelle oder geht in die andere Richtung auf, als man es geprobt hat. Das kann durchaus für “interessante” Momente sorgen.
In diesem Fall ist die Bühne deutlich größer als bei den Proben, doch wir haben uns schnell umgestellt. Auf einer Tournee muß man das täglich.

Ich blicke also zuversichtlich auf den heutigen Abend und auf ein spielreiches Wochende: 2x Hotzenplotz und mit heute 3x Mirakel. Toi Toi Toi!

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