Theaterschaffende kennen sicher inzwischen den wachsenden Online-Markt für Jobs im Theater, kurz theaterjobs.de. Ich bin dort selber Mitglied und kann es nur empfehlen, sich die Seite einmal näher anzuschauen. Einen Job habe ich dort auch schon gefunden und einen Workshop für Marketing für Schauspieler in Berlin 2006 besucht, der klasse war.

Heute bin ich auf dem Blog des einen Gründers von theaterjobs.de gelandet, Sören Fenner. Er berichtet aus erster Hand von interessanten Ereignissen der Theaterwelt. Besonders interessant fand ich die Auswertung einer nicht-repräsentativen Umfrage von Theaterjobs über die finanziellen Arbeitsbedingungen der Theaterschaffenden, besonders der Schauspieler. Ein erschreckendes Ergebnis, was ich hier kurz als Fazits zitieren möchte.

  1. Der Hauptanteil der Befragten kommt aus dem darstellerischen Bereich bzw. aus dem Bereich der Dramaturgie und der künstlerischen Leitung. Interessanterweise entspricht dieser Berufsspiegel nicht dem der Theaterjobber im Allgemeinen. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass diese Befragung vor allem diese Berufsgruppen betrifft.
  2. Fazit: Low Budget ist für theaterjobs, wenn jemand als Freiberufler/Gast bei unbezahlten Proben pro Vorstellung bzw. Tag weniger als 120 Euro verdient.
  3. Fazit: Low Budget ist für theaterjobs, wenn jemand als Freiberufler/Gast bei ca. 1.500 Euro Probenpauschale pro Vorstellung bzw. Tag weniger als 100 Euro verdient.
  4. Fazit: Low Budget bedeutet für theaterjobs, wenn jemand eine Produktions-pauschale von weniger als 1.000 Euro bekommt. (Hier hatten wir vor allem an die Theaterleute gedacht, deren Arbeit mit der Premiere beendet ist und die somit keine Vorstellungsgage beziehen: DramaturgInnen, RegisseurInnen, ÖffentlichkeitsarbeiterInnen etc. Ihnen wird bei freien Produktionen oft eine Produktionspauschale angeboten.)
  5. Fazit: Low Budget ist für theaterjobs, wenn jemand als fest Angestellte/r ein Brutto-Monatsgehalt von weniger als 1.250 Euro bekommt.
  6. Fazit: „Low Budget ist für theaterjobs, wenn jemand für eine Einzelveranstaltung weniger als 170 Euro bekommt.“
  7. Fazit: Low Budget ist für theaterjobs, wenn jemand für Lehrtätigkeit, Beratungstätigkeit usw. einen Stundenlohn brutto von weniger als 18,50 Euro bekommt.

Wir sollten uns gemeinsam darum bemühen, nicht mehr für solche Kummerlöhne zu arbeiten und daß wir letztlich alle  erreichen können, von der Kunst alleine zu leben!

Teile und genieße Diese Icons verzweigen auf soziale Netzwerke bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • del.icio.us
  • MisterWong
  • StumbleUpon